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Wie sich Hilfsgruppen entwickeln können

5 Optionen zur Transformation

· Info

Mit den ersten Lockerungen der Massnahmen des Bundes kommen wir in eine neue Phase der Corona-Krise. Doch auch wenn für die einen oder anderen der Alltag langsam zurückkommt, sind viele weiterhin auf Nachbarschaftshilfe angewiesen. 

Damit ihr euch in euren Hilfsgruppen Gedanken darüber machen könnt, wie ihr eure Arbeit in Zukunft seht, haben wir einige Optionen für euch zusammengetragen.

Übersicht:

  1. Status Quo
  2. Jetzt erst recht
  3. Ruhemodus
  4. Entwicklung 
  5. Exit

1. Status Quo: Wir arbeiten weiter wie bisher

Situation:

Unsere Hilfe wird nach wie vor gebraucht und wir haben auch in einem Prozess der Lockerung genügend Kapazität auf die Bedürfnisse einzugehen.

Checkliste:

  • Hilfe wird benötigt
  • Team ist bereit weiter Hilfe zu leisten

  • Organisation innerhalb der Gruppe funktioniert

Tipp:

  • Organisiert euch so, dass die Hilfseinsätze fair verteilt sind

  • Rechnet damit, dass die Hilfeleistungen auf mehr Personen verteilt werden müssen, da im Prozess der Lockerung viele wieder (mehr) arbeiten müssen

  • Ein Kennenlernen unter den Helfer*innen organisieren (unter Einhaltung der geltenden BAG Richtlinien)

2. Jetzt erst recht: Wir machen nochmals einen Effort um möglichst zahlreiche Betroffene zu erreichen in den nächsten Wochen

Situation:

Die Nachfrage nach Hilfeleistungen nimmt kontinuierlich ab oder war seit Beginn sehr klein. Wir haben genügend Helfer*innen und nehmen dies als Ansporn, um nochmals einen Effort zu machen und in unserer Region aktiv auf Personen zuzugehen.

Checkliste:

  • Haben wir eine einfach zu erreichende Kontaktadresse (bspw. Hotline)?

  • Haben wir alle (offline) Möglichkeit ausgeschöpft (Flyer, Plakate, lokales Gewerbe)? Sollten wir eine zweite Runde planen?

  • Haben wir den Kontakt gesucht zu lokalen Organisationen und der Gemeinde?

Tipp:

  • Überlegt, wie ihr Personen, die selber Hilfe benötigen, einbeziehen könnt in die Hilfeleistungen (bspw. Koordinative Aufgaben von zuhause aus)

  • Informiert euch über Möglichkeiten zur Sensibilisierung von vulnerablen Personen (Leitfaden)

3. Ruhemodus: Wir sind auf Abruf, sollten wir gebraucht werden

Situation:

Die Nachfrage nach Hilfeleistungen nimmt kontinuierlich ab oder war seit Beginn sehr klein. Wir stellen unsere Aktivitäten ein. Eintreffende Anfragen können wir an eine andere Institution weiterleiten. Wir sind aber bereit, unser Netzwerk von Helfer*innen wieder zu aktivieren, sollte es zu einem neuerlichen Bedürfnis / einer 2. Welle kommen.

Checkliste:

  • Die Personen, denen wir geholfen haben sind informiert, dass wir nicht mehr aktiv Hilfe leisten - sie wissen, an wen sie sich wenden können

  • Alle Helfer*innen sind informiert darüber, dass die Gruppe in einen Ruhemodus wechselt

  • Die Plattformen und Akteure die auf uns verweisen, wurden informiert (Gemeinde, lokale Geschäfte, Arztpraxen etc)

Tipp:

  • Überlegt euch eine verantwortliche Person, die kontaktiert werden kann, wenn eine Nachfrage entsteht oder sonst etwas ist.

  • Überlegt euch einen "Wieder-Aktivierungsplan" und was es dazu braucht, damit ihr vorbereitet seid. Macht euch auch Gedanken dazu, was ihr anders machen würdet als beim ersten Einsatz. Hier eine Musterumfrage dazu.

  • Definiert was mit eurem Chat oder eurer Facebookgruppe im Ruhemodus passiert (z.B. wird es ein Chanel, nur noch Admin’s können schreiben oder wollt ihr weiterhin einen aktiven Austausch pflegen?).

  • Falls einzelne Personen weitermachen und in der direkten Nachbarschaft Hilfe leisten wollen, könnte man dies allenfalls kennzeichnen mit einem Sticker am Briefkasten

4. Entwicklung: Wir geben unserer Gruppe nachhaltigere Strukturen

Situation:

Unsere Gruppe ist ausgesprochen aktiv, kann auf viele Helfer*innen zählen und leistet vielseitige Hilfseinsätze. Wir sehen auch in Nicht-Krisenzeiten Potenzial, diese Struktur zu nutzen, um Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen. Deshalb überlegen wir uns, die Gruppe nachhaltiger zu organisieren, beispielsweise mittels einer Vereinsgründung.

Checkliste:

  • Einen Zweck formulieren: Worin sehen wir unsere Aufgabe - während und nach der Corona-Krise

  • Wie viele der jetzt engagierten Helfer*innen sind an einer längerfristigen Teilnahme interessiert?

  • Gründung eines Vereins prüfen - Musterstatuten

  • Evaluieren, ob und was für finanzielle Mittel gebraucht werden und prüfen mit lokalen Organisationen / der Gemeinde, wie diese generiert werden können

  • Gibt es in der Nähe andere Gruppen, die sich uns anschliessen könnten?

Tipp:

  • Via Umfrage bei den Helfer*innen herausfinden ob ihr eine gemeinsame Vorstellung habt für die Weiterarbeit - Musterumfrage

  • Physisches Treffen (im Rahmen des Möglichen)

Links:

-Förderimpulse von bis zu CHF 5000 gibt es für neugegründete Gruppen/Vereine bei caringcommunities.ch

-Informationen zu Gruppenorganisation/Vereinsgründung gibt es auf vitaminb.ch

Damit ihr in dieser Phase hin zu einer nachhaltigeren Struktur von den Erfahrungen anderer Gruppen profitieren könnt, haben wir hier einen Austauschchat dafür eingerichtet.

5. Exit: Wir sehen unsere Hilfeleistungen als abgeschlossen

Situation:

Über die letzten Wochen konnten wir erfolgreich Hilfeleistungen erbringen. Aufgrund anderer Verpflichtungen oder zu wenig Helfer*innen sehen wir uns nicht mehr in der Lage, weiter Hilfeleistungen anzubieten. Bei Anfragen leiten wir diese weiter an andere Institutionen.

Checkliste:

  • Die Personen, denen wir geholfen haben sind informiert darüber, dass wir nicht mehr aktiv Hilfe leisten - sie wissen, an wen sie sich wenden können

  • Alle Helfer*innen sind informiert darüber, dass die Gruppe ihre Aktivität einstellt

  • Prüfen, ob es Gruppen in der Nähe gibt, welche unsere Helfer*innen als auch Hilfesuchenden übernehmen können

  • Die Plattformen und Akteure, die auf uns verweisen, wurden informiert (Gemeinde, lokale Geschäfte, Arztpraxen etc)

Tipp:

  • Überlegt euch eine verantwortliche Person, die kontaktiert werden kann, wenn eine Nachfrage entsteht oder sonst etwas ist.

  • Allenfalls findet ihr einen Weg, um im Austausch zu bleiben zwischen den Helfenden

  • Definiert, was mit eurem Chat oder eurer Facebookgruppe passiert

  • Falls einzelne Personen weitermachen und in der direkten Nachbarschaft Hilfe leisten wollen, könnte man dies allenfalls kennzeichnen mit einem Sticker am Briefkasten

Solltet ihr Fragen haben oder weitere Informationen wünschen zu den einzelnen Optionen meldet euch bei uns unter support@hilf-jetzt.ch !

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